Sex in der Schwangerschaft ist bei einem unkomplizierten Verlauf in aller Regel unbedenklich - das Baby ist im Bauch gut geschützt. Was sich verändert, sind neben dem Körper vor allem die Köpfe: Lust kommt und geht, Unsicherheit mischt sich dazu, und manchmal traut sich keiner, das Thema überhaupt anzusprechen. Genau da lohnt es sich, einmal in Ruhe hinzuschauen.
Warum die Lust Achterbahn fährt
In der Schwangerschaft verschieben sich Hormone, Durchblutung und Befinden ständig - und damit auch die Lust. Im ersten Trimester bremsen oft Übelkeit und Müdigkeit. Im zweiten blühen viele regelrecht auf, weil die Beschwerden nachlassen und die stärkere Durchblutung vieles empfindsamer macht. Zum Ende hin wird der Bauch schwerer, und vielen steht der Sinn eher nach Ruhe. Und im nächsten Monat kann alles schon wieder anders aussehen.
Ist das für das Baby gefährlich?
Diese Sorge tragen fast alle mit sich herum, und sie ist verständlich. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft liegt das Baby geschützt hinter Fruchtblase und Gebärmuttermund - Sex erreicht es nicht. Auch ein Orgasmus oder leichtes Ziehen danach ist bei unkompliziertem Verlauf meist harmlos. Die Angst ist meist deutlich größer als die tatsächliche Gefahr, und allein das auszusprechen nimmt schon Druck.
Wann ihr lieber nachfragt
Es gibt Situationen, in denen die Frage an eure ärztliche oder Hebammen-Begleitung gehört statt ins Internet: etwa bei Blutungen, vorzeitigen Wehen oder wenn es Hinweise auf Probleme mit der Plazenta oder dem Gebärmutterhals gibt. Im Zweifel lieber einmal kurz fragen als grübeln. Wer Sicherheit hat, genießt entspannter. Zwei Ausnahmen gelten allerdings immer: Ein Blasensprung ist ein Fall für die Klinik, nicht fürs Bett - wegen des Infektionsrisikos ist Sex dann tabu. Und beim Oralsex sollte niemand Luft in die Scheide blasen - das kann in der Schwangerschaft gefährlich werden.
Wenn der Bauch im Weg ist
Mit wachsendem Bauch wird manche vertraute Stellung unbequem - das ist eine Frage der Logistik, nicht der Lust. Auf dem Rücken zu liegen wird vielen mit der Zeit zu schwer; Seitenlage, die Schwangere oben oder von hinten nehmen oft den Druck vom Bauch. Probiert in Ruhe aus, was sich gut anfühlt. Ein paar Anregungen findet ihr in unserem Überblick zu Stellungen.
Wenn der Körper sich fremd anfühlt
Ein Körper, der sich Woche für Woche verändert, fühlt sich nicht für jede:n sofort sexy an - und das ist kein Widerspruch zur Vorfreude aufs Kind. Manche fühlen sich so weiblich und begehrenswert wie nie, andere wie in einem fremden Körper. Sagt einander, was ihr gerade braucht, statt es zu erraten. Mehr dazu in Körperbild und Selbstvertrauen.
Wenn die Lust verschieden tickt
Oft hat in dieser Zeit eine:r mehr Verlangen als die:der andere - mal die Schwangere, mal die:der Partner:in, der vielleicht Angst hat, etwas falsch zu machen. Diese Schieflage gehört in der Schwangerschaft schlicht dazu. Redet darüber, was geht und was gerade nicht, ohne Vorwurf. Wie ihr mit ungleicher Lust umgeht, ohne dass einer sich zurückgesetzt fühlt, steht in Unterschiedliche Lust und Libido.
Nähe ist mehr als Sex
Wenn Sex gerade kein Thema ist, heißt das nicht, dass die Nähe pausiert. Streicheln, Massagen, zusammen einschlafen, einander die Hand halten - all das hält euch verbunden, ganz ohne Erwartung. Diese kleinen Gesten tragen euch auch über die ersten Monate mit Baby. Wie sich Intimität nach der Geburt neu sortiert, lest ihr in Sex als Eltern.
Häufige Fragen
Ist Sex in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby?
Bei einem unkomplizierten Verlauf in aller Regel nicht. Das Baby liegt gut geschützt hinter Fruchtblase und Gebärmuttermund und wird vom Sex nicht erreicht. Auch ein Orgasmus oder ein leichtes Ziehen danach ist dann meist harmlos.Wann sollte man in der Schwangerschaft auf Sex verzichten?
Bei Blutungen, vorzeitigen Wehen oder Hinweisen auf Probleme mit Plazenta oder Gebärmutterhals gehört die Frage zuerst an Ärztin oder Hebamme. Nach einem Blasensprung ist Sex wegen des Infektionsrisikos tabu, dann geht es in die Klinik. Beim Oralsex darf außerdem niemand Luft in die Scheide blasen, das kann in der Schwangerschaft gefährlich werden.Warum schwankt die Lust in der Schwangerschaft so stark?
Hormone, Durchblutung und Befinden verändern sich laufend und mit ihnen die Lust. Am Anfang bremsen häufig Übelkeit und Müdigkeit, im zweiten Trimester leben viele auf, weil die Beschwerden nachlassen, und gegen Ende steht der Sinn mit dem schweren Bauch eher nach Ruhe. Schon im nächsten Monat kann es wieder anders aussehen.Von Melli & Max - wir sind ein echtes Paar und schreiben hier, was uns selbst weitergeholfen hat.