Ein Toy unter einem Wasserhahn mit Tropfen und Schaumblasen
Nach dem Spiel ist die Schublade näher als das Waschbecken. Trotzdem entscheiden die zwei Minuten am Waschbecken, wie lange ihr Freude an einem Toy habt.

Für fast alles, was in eurer Schublade liegt, reichen warmes Wasser und milde Seife. Wirklich. Interessant wird es bei den Ausnahmen, bei Toys mit Motor etwa oder beim Wechsel zwischen anal und vaginal. Der Reihe nach.

Sextoys reinigen: Wasser und milde Seife

Wascht ein neues Toy vor dem ersten Einsatz und danach nach jedem Gebrauch. Warmes Wasser, ein Klecks milde, parfümfreie Seife, dann mit den Fingern über alle Rillen und Rippen, abspülen, mit einem sauberen Tuch abtrocknen. Fertig. Finger weg dagegen von Desinfektionsmittel aus dem Putzschrank, scharfen Haushaltsreinigern und stark parfümiertem Duschgel. Deren Rückstände landen beim nächsten Mal direkt auf der Schleimhaut.

Braucht ihr einen Toy-Cleaner?

Ein Toy-Cleaner ist Komfort, kein Muss. Gute Sprays sind pH-neutral und parfümfrei. Sie funktionieren außerdem dort, wo gerade kein Waschbecken ist, im Hotelbett zum Beispiel oder auf Reisen. Teilt ihr Toys oder pflegt eine ganze Sammlung, wandert die Flasche schnell dauerhaft ins Bad. Aufsprühen, kurz einwirken lassen, dann abwischen oder abspülen, je nachdem, was auf der Flasche steht.

Das Material entscheidet

Medizinisches Silikon, Glas, Edelstahl und ABS-Kunststoff sind porenfrei. Auf so einer Oberfläche findet nichts dauerhaft Halt, sie lässt sich vollständig sauber machen. Glas und Edelstahl ohne Motor vertragen sogar ein paar Minuten in kochendem Wasser. Legt Glas dabei schon ins kalte Wasser und erhitzt beides zusammen, sonst kann es durch den Temperaturschock springen. Weiche, gummiartige Billigmaterialien sind dagegen porös, sie saugen sich voll. Keime, Gerüche, alles bleibt drin, da hilft auch die vierte Wäsche nicht. Riecht ein neues Toy stark nach Chemie, ist das ein Warnsignal. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Blick in den Guide zu Sextoys für Paare.

Zur Pflege zählt übrigens auch das passende Gleitgel - silikonbasiertes greift Silikon-Toys an, die Details klärt der Gleitgel-Guide.

Bei Motor-Toys zählt das Kleingedruckte

Wasserdicht heißt, das Toy darf komplett unter Wasser. Erkennbar an “IPX7” oder “submersible” auf der Packung. Spritzwassergeschützt heißt, das Toy wird nur feucht abgewischt, Ladebuchse und Motor bleiben trocken. Magnetische Ladekontakte trocknet ihr nach dem Waschen sorgfältig ab, damit sie nicht korrodieren. Schaltet das Toy vorher aus oder aktiviert die Reisesperre, sonst vibriert es euch im Waschbecken davon.

Kondom übers Toy spart die Wäsche

Ein Kondom über dem Toy spart die Reinigung zwischendurch. Praktisch, wenn ein Toy nacheinander bei euch beiden zum Einsatz kommt oder mehrere Runden geplant sind. Eine Grenze gilt trotzdem, dasselbe Kondom macht den Wechsel nicht mit. Ein Toy, das anal im Einsatz war, wechselt erst nach gründlicher Reinigung oder mit einem frischen Kondom in Richtung Vagina, sonst können Darmbakterien Infektionen auslösen. Ausführlicher steht diese Regel in Analsex für Einsteiger.

Trocken und staubfrei lagern

Lasst Toys vollständig trocknen, bevor sie zurück in die Schublade wandern. Sonst züchtet ihr in der geschlossenen Box genau das nach, was ihr gerade abgewaschen habt. Ein Stoffbeutel hält Staub fern, viele Toys bringen ihren eigenen mit. Silikon-Toys lagert ihr getrennt voneinander, manche Oberflächen reagieren aufeinander und werden mit der Zeit klebrig. Ladet Akku-Toys ab und zu nach, und nehmt Batterien heraus, wenn eine längere Pause ansteht.

Wann ein Toy entsorgt gehört

Wird die Oberfläche klebrig oder schmierig, ist Schluss. Dasselbe gilt bei Rissen, Verfärbungen und einem Geruch, der auch nach dem Waschen bleibt. In beschädigtem Material sitzen Keime, an die keine Reinigung mehr herankommt. Auch ein Motor, der nur noch stottert, darf in Rente. Elektro-Toys kommen in den Elektroschrott, Toys ohne Motor in den Restmüll.

Häufige Fragen

Wie reinigt man Sextoys richtig?

Mit warmem Wasser und einer milden, parfümfreien Seife - schon bevor ein neues Toy zum ersten Mal zum Einsatz kommt, danach nach jedem Gebrauch. Anschließend gründlich abspülen und vollständig trocknen lassen. Bei Toys mit Motor vorher prüfen, ob sie untergetaucht werden dürfen oder nur feucht abgewischt.

Ist ein Toy-Cleaner nötig?

Nein, bei porenfreien Materialien genügen Wasser und milde Seife. Praktisch ist ein Toy-Cleaner trotzdem, weil er pH-neutral und parfümfrei ist und als Spray auch ohne Waschbecken funktioniert, etwa auf Reisen oder wenn ihr Toys teilt.

Wann sollte man ein Sextoy entsorgen?

Sobald sich die Oberfläche klebrig anfühlt, Risse oder Verfärbungen auftauchen oder ein Geruch das Waschen überlebt. Dann sitzen Keime im Material selbst, da kommt keine Wäsche mehr hin. Elektro-Toys gehören in den Elektroschrott, Toys ohne Motor in den Restmüll.
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Von Melli & Max - wir sind ein echtes Paar und schreiben hier, was uns selbst weitergeholfen hat.