Eine Pumpflasche mit einem Tropfen
Gleitgel ist kein Zeichen, dass etwas fehlt - es macht vieles einfach schöner, entspannter und reibungsloser. Die Kunst ist nur, das richtige für den Moment zu wählen.

Ob aus reiner Lust an mehr Gleitfähigkeit oder weil der Körper gerade weniger Feuchtigkeit produziert: Ein gutes Gleitmittel gehört für viele Paare einfach dazu. Feuchtigkeit schwankt mit Zyklus, Stress, Hormonen oder Lebensphase - das ist völlig normal und sagt nichts über Lust oder Erregung aus. Wichtig ist nur zu wissen, welche Sorte wozu passt.

Warum Gleitgel fast immer eine gute Idee ist

Reibung ohne genug Feuchtigkeit fühlt sich schnell unangenehm an und kann die empfindliche Haut reizen. Gleitgel nimmt genau das raus: Es macht Berührungen weicher, verlängert die schönen Momente und sorgt dafür, dass nichts zwickt. Besonders beim Analverkehr ist es kein Extra, sondern Pflicht - dort entsteht keine eigene Feuchtigkeit.

Und ganz nebenbei: Gleitgel kann auch ein verspieltes Element sein. Es gehört zur Massage genauso wie zum Spiel mit Toys.

Wasserbasiert - der Allrounder

Wasserbasiertes Gleitgel ist für die meisten die erste Wahl. Es ist hautfreundlich, lässt sich leicht abwaschen, hinterlässt keine Flecken und verträgt sich mit allem: Latexkondomen und jedem Spielzeugmaterial, auch Silikon.

Der einzige Haken: Es zieht mit der Zeit ein oder trocknet etwas an. Kein Problem - einfach großzügig nachlegen oder mit einem Spritzer Wasser wieder aktivieren.

Silikonbasiert - lang und wasserfest

Silikonbasiertes Gleitgel bleibt sehr lange glatt, ohne nachzulegen, und ist wasserfest - ideal für die Dusche oder die Wanne. Ein paar Tropfen reichen oft erstaunlich weit.

Wichtige Ausnahme: Nicht mit Silikon-Toys kombinieren. Silikon löst Silikon an und kann die Oberfläche des Spielzeugs angreifen. Zu Silikon-Toys also immer wasserbasiert. Mit Latexkondomen verträgt sich Silikongleitgel dagegen problemlos.

Hybrid und ölbasiert - kurz erklärt

Hybrid-Gele mischen Wasser und etwas Silikon: glatter und länger haltbar als rein wasserbasiert, oft aber noch toy-verträglicher als reines Silikon - hier lohnt der Blick auf die Herstellerangabe.

Ölbasiert (auch Massageöle, Kokosöl & Co.) fühlt sich schön an, greift aber Latexkondome an und kann sie reißen lassen. Wenn Verhütung oder Schutz im Spiel sind: Finger weg. Ohne Kondom und nur extern kann Öl okay sein - innerlich kann es allerdings die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen.

Was passt zu Kondom und Toys?

Die einfache Merkregel:

  • Mit Kondom: wasser- oder silikonbasiert (niemals ölbasiert).
  • Silikon-Toys: nur wasserbasiert.
  • Glas, Edelstahl, ABS-Plastik: alles geht.
  • Anal: reichlich und nachlegbar - wasser- oder silikonbasiert. Mehr dazu in Analsex für Einsteiger und beim Pegging.

Worauf ihr beim Kauf achten könnt

Weniger ist oft mehr. Gut verträglich sind Gele mit kurzer, milder Zutatenliste. Eher meiden würde ich:

  • Glycerin in großen Mengen (kann bei empfindlichen Menschen Pilzinfektionen begünstigen),
  • Duft- und Aromastoffe sowie wärmende/prickelnde Zusätze (reizen empfindliche Schleimhäute),
  • aggressive Konservierungsstoffe.

Ein Blick auf einen pH-Wert nahe dem der Scheide (etwa 3,8-4,5) schadet nicht. Im Zweifel an einer kleinen Hautstelle testen.

Richtig anwenden

Großzügig auftragen - lieber zu viel als zu wenig. Verteilt es auf beiden Seiten und legt während des Spiels immer wieder nach, sobald es sich weniger glatt anfühlt. Bei Toys etwas Gel direkt aufs Spielzeug. Und nach dem Spiel: Toys nach Herstellerangabe reinigen.

Wenn ihr als Nächstes mit Spielzeug liebäugelt, schaut in den Sextoys-Guide für Paare - dort steht auch, welches Gel zu welchem Toy passt.

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