Vielleicht ist dir der Begriff schon mal begegnet und du fragst dich, was genau dahintersteckt. Pegging bedeutet, dass eine Frau ihren Partner mit einem umgeschnallten Dildo - einem sogenannten Strap-on - anal verwöhnt. Es ist also ein Spiel mit vertauschten Rollen: Wer sonst eher der aktive Part ist, lässt sich diesmal fallen und gibt die Führung ab. Klingt simpel, ist es im Grunde auch.
Was Pegging ist und warum es reizt
Beim Pegging dreht sich vieles um den Reiz des Ungewohnten. Für ihn ist die Region rund um den Anus empfindsam und kann angenehme, ganz neue Empfindungen auslösen. Ein großer Teil davon geht auf die Prostata zurück; wie sie sich gezielt mit der Hand erkunden lässt, zeigt Prostata-Massage. Für sie kann es spannend sein, einmal den aktiven, führenden Part zu übernehmen.
Für viele Paare liegt der Reiz genau in diesem Tausch: Ihr verlasst eingespielte Muster, schaut einander auf eine neue Weise an und erlebt gemeinsam etwas zum ersten Mal. Viele Paare erzählen, dass genau dieses gemeinsame erste Mal sie näher zusammengebracht hat - weil sich beide ein Stück weit öffnen und einlassen.
Vorurteile und Tabus entkräften
Rund um Pegging halten sich hartnäckige Vorurteile. Das wohl größte: Ein Mann, der sich darauf einlässt, sei “nicht richtig hetero”. Stimmt einfach nicht. Die Prostata reagiert auf Reize, egal wen man liebt oder begehrt. Was euch beiden Freude macht, ist eure Sache und vollkommen normal.
Es hilft, solche Gedanken offen anzusprechen, statt sie still mit sich herumzutragen. Neugierig zu sein ist völlig in Ordnung und hat mit eurer Beziehung erst mal nichts zu tun. Ihr entscheidet selbst, was zu euch passt.
Sicher starten
Beim ersten Mal gilt vor allem eines: langsam. Anders als die Scheide wird der Anus nicht von selbst feucht, und die Schließmuskeln brauchen Zeit, um sich zu entspannen. Tastet euch über Finger oder ein kleines, schmales Spielzeug mit breiter Basis heran (damit nichts hineinrutschen kann), bevor ihr an Größeres denkt. Fangt klein an. Damit tut ihr euch beiden einen Gefallen.
Das wichtigste Hilfsmittel ist reichlich Gleitgel - mehr, als ihr zunächst vermutet. Verwendet es großzügig und legt immer wieder nach. Achtet darauf, dass Spielzeug und Gel zueinander passen: Zu Silikon-Toys passt am besten wasserbasiertes Gleitgel. Mehr dazu im Gleitgel-Guide.
Hygiene
Beim Thema Hygiene hilft Vorbereitung gegen Unsicherheit. Wer mag, geht vorher auf die Toilette und duscht in Ruhe; das reicht in den allermeisten Fällen völlig aus. Setzt euch nicht unter Druck - ein wenig Gelassenheit gehört dazu.
Wichtig für die Gesundheit: Was anal im Spiel war, sollte nicht ohne gründliche Reinigung vaginal weitergehen, um keine Bakterien zu verschleppen. Ein Kondom über dem Dildo macht das Säubern leichter. Reinigt Spielzeug nach jeder Nutzung sorgfältig nach Herstellerangaben.
Kommunikation und Stopp bei Schmerz
Pegging lebt von offener Kommunikation. Sprecht vorher in Ruhe darüber, was ihr euch wünscht und wo eure Grenzen liegen. Während des Spiels gibt er das Tempo vor - er spürt am besten, was sich gut anfühlt. Kleine Rückmeldungen wie “langsamer” oder “so ist es schön” helfen ungemein.
Eine klare Regel macht alles leichter: Tut etwas weh, hört ihr auf. Punkt. Da gibt’s nichts durchzustehen. Ein vereinbartes Stoppwort sorgt dafür, dass ein Halt sofort gilt - ohne Erklärungen. Wie ihr so etwas gemeinsam festlegt, lest ihr im Beitrag Safeword & Konsens.
Das richtige Equipment
Für den Einstieg braucht ihr ein Strap-on, also ein Geschirr (englisch “Harness”), in das ein Dildo eingesetzt wird. Achtet auf einen verstellbaren, bequem sitzenden Gurt und einen eher schmalen, glatten Dildo für die ersten Male. Größe und Form könnt ihr später in Ruhe anpassen, wenn ihr mögt. Die Auswahl von Harness und Dildo gehen wir im Strap-on-Guide genauer durch.
Eine Übersicht der Begriffe findet ihr im Glossar. Manchen Paaren hilft es außerdem, sich vorab mit analer Stimulation allgemein vertraut zu machen - dazu passt unser Beitrag Analsex für Einsteiger.
Entspannung und Vertrauen
Entspannung ist beim Pegging der halbe Weg. Verspannte Muskeln machen alles schwerer, deshalb lohnt es sich, vorher gemeinsam zur Ruhe zu kommen. Nehmt euch Zeit für Berührungen, ruhiges Atmen und ein gutes Gefühl, bevor es weitergeht.
Und das Aufeinander-Aufpassen ist am Ende oft das, woran sich beide erinnern.
Wenn ihr neugierig geworden seid, müsst ihr nicht gleich tief einsteigen. Sprecht erst einmal darüber, ob es euch beide reizt. Ein leichter Einstieg ist unser Quiz für Paare: Ihr antwortet getrennt, und angezeigt wird nur, wo ihr euch trefft. Mehr Begriffe rund um Lust findet ihr außerdem im Glossar.
Häufige Fragen
Was ist Pegging?
Pegging heißt, dass eine Frau ihren Partner mit einem umschnallbaren Dildo, einem Strap-on, anal verwöhnt. Es ist ein Spiel mit vertauschten Rollen, bei dem der sonst eher aktive Part die Führung abgibt und sich fallen lassen kann.Ist ein Mann schwul, wenn er Pegging mag?
Nein, Pegging sagt nichts über die sexuelle Orientierung aus. Die Prostata reagiert auf Reize unabhängig davon, wen jemand liebt oder begehrt; was einem Paar Freude macht, ist seine Sache und vollkommen normal.Wie fängt man mit Pegging an?
Langsam und mit reichlich Gleitgel, weil der Anus keine eigene Feuchtigkeit bildet und die Schließmuskeln Zeit zum Entspannen brauchen. Zum Herantasten eignen sich zuerst Finger oder ein kleines, schmales Toy. Wichtig ist eine breite Basis, damit nichts hineinrutschen kann. Und sobald etwas wehtut, hört ihr auf.Von Melli & Max - wir sind ein echtes Paar und schreiben hier, was uns selbst weitergeholfen hat.