Spanking für Einsteiger braucht wenig. Deine flache Hand genügt, dazu ein kurzes Gespräch vorher. Wichtig ist vor allem eines, bevor der erste Klaps landet: wohin er darf und wohin nie.
Warum ein Klaps auf den Po so reizt
Der Po ist gut gepolstert und liegt direkt neben den empfindlichsten Zonen des Körpers. Jeder Klaps schickt eine kleine Druckwelle dorthin, und die Haut wird stärker durchblutet, also empfänglicher für jede weitere Berührung. Dazu kommt das Kopfkino. Eine Person gibt für ein paar Sekunden den Takt vor, die andere lässt es geschehen. Dieses kleine Machtgefälle reizt viele mehr als der Schlag selbst. Der Körper hilft mit, denn auf dosierten Schmerz antwortet er mit Endorphinen - einer warmen, fast berauschenden Welle. Viele finden die Vorstellung reizvoll, lange bevor sie sagen könnten, warum.
Erst reden, dann klapsen
Klärt vorher drei Dinge. Wie fest darf es werden? Manche wollen nur die Geste, andere richtig Nachdruck. Spielt ihr eher frech oder ernst? Und was bleibt tabu, bestimmte Worte etwa oder Positionen, in denen sich jemand nicht wohlfühlt? Vereinbart außerdem ein Safeword oder das Ampel-System, mit dem ihr mitten im Spiel fein steuern könnt; wie beides funktioniert, steht in Safeword & Konsens. Fragt zwischendurch ruhig nach („Wie ist es, grün?") und lest den Körper. Wird die empfangende Person still oder angespannt, haltet inne. Falls euch schon das Ansprechen Überwindung kostet, hilft der Beitrag Über Fantasien reden beim ersten Satz.
Wohin der Klaps darf und wohin nie
Sicher sind allein die Stellen, an denen Muskeln und Fettgewebe polstern. Das ist der fleischige untere Teil des Pos, dort, wo er in den Oberschenkel übergeht, sowie die Rückseite der Oberschenkel. Alles andere bleibt tabu. Niemals schlagt ihr auf den unteren Rücken und die Nierengegend, auf Wirbelsäule oder Steißbein, auf Gelenke oder Kniekehlen, nicht auf Bauch, Kopf oder Hals und nicht dorthin, wo Knochen direkt unter der Haut liegen. Diese Liste meinen wir wörtlich. An solchen Stellen richten schon moderate Schläge echten Schaden an. Im Zweifel bleibt ihr beim Po.
Die kleine Spanking-Anleitung mit der flachen Hand
Beginnt gar nicht mit Schlagen. Streichelt und knetet den Po, bis die Haut warm ist. Dann folgen die ersten Klapse, locker aus dem Handgelenk, mit der ganzen flachen Hand, und ihr steigert euch in kleinen Schritten. Streut immer wieder Streicheln ein. Nicht die Kraft macht den Reiz aus, sondern der Wechsel zwischen Anspannung und Zärtlichkeit. Die Hand hat obendrein einen eingebauten Sicherheitsmechanismus, denn du spürst jeden Treffer selbst und merkst sofort, wenn es zu fest wird.
Wenn Toys, dann ein Paddle
Nach ein paar Abenden mit der Hand wächst bei manchen die Neugier auf mehr. Der gutmütigste nächste Schritt ist ein Paddle. Seine breite Fläche verteilt den Aufprall, der Schlag fühlt sich dumpf und satt an. Schmale Gerten oder Riemen bündeln dieselbe Kraft auf einen Streifen Haut und brennen scharf; die hebt ihr euch für viel später auf, falls sie euch überhaupt reizen. Weil du mit einem Toy den Treffer nicht mehr in der eigenen Hand spürst, beginnst du dort noch sanfter und steigerst dich noch langsamer. Teste jedes neue Toy zuerst am eigenen Oberschenkel.
Nach dem Spiel
Gerötete Haut freut sich über eine kühle Hand oder etwas Lotion. Danach zudecken und kuscheln, denn nach intensiven Momenten ist viel in Bewegung, körperlich wie emotional. Nehmt euch ein paar Minuten und redet darüber, was schön war und was ihr beim nächsten Mal anders machen würdet. Diese Nachbesprechung macht jeden weiteren Abend besser. Und falls etwas über Tage hinweg wehtut oder mehr als eine Rötung zurückbleibt, lasst es ärztlich anschauen. Warum dieses Ankommen so wichtig ist und was hinter dem „Drop" steckt, lest ihr im Beitrag Aftercare.
Spanking darf klein bleiben
Ein BDSM-Setup und feste Rollen braucht ihr dafür nicht. Ein vorher besprochener Klaps kann mitten im vertrauten Sex passieren, als einzelnes Gewürz, und beim nächsten Mal wieder wegbleiben. Tauschen dürft ihr jederzeit, ganz spontan. Und falls ihr nach dem Ausprobieren feststellt, dass Spanking nichts für euch ist, streicht ihr es einfach wieder von der Liste. Auch das ist normal.
Häufige Fragen
Wohin darf man beim Spanking schlagen?
Nur dorthin, wo Muskeln und Fettgewebe polstern: auf den fleischigen unteren Teil des Pos und die Rückseite der Oberschenkel. Nierengegend, Wirbelsäule, Steißbein, Gelenke, Bauch und Kopf sind immer tabu.Womit fängt man beim Spanking an?
Mit der flachen Hand: erst durch Streicheln aufwärmen, dann lockere Klapse aus dem Handgelenk und langsam steigern. Toys wie ein Paddle kommen erst später - und werden vorher am eigenen Oberschenkel getestet.Braucht Spanking ein Safeword?
Ja. Vereinbart vorher ein Safeword oder das Ampel-System und fragt zwischendurch nach. Wer schlägt, trägt die Verantwortung, die Reaktionen zu lesen.Von Melli & Max - wir sind ein echtes Paar und schreiben hier, was uns selbst weitergeholfen hat.