Gemeinsame Selbstbefriedigung klingt nach Widerspruch, ist aber schnell erklärt: Ihr berührt euch selbst, während der andere dabei ist. Mal gleichzeitig, mal schaut eine Person nur zu. Kaum etwas zeigt so unverstellt, wie dein Körper funktioniert. Ausprobiert wird es trotzdem selten. Davor sitzt eine ordentliche Portion Scham.
Die ehrlichste Gebrauchsanweisung
“Etwas fester” kann vieles bedeuten. Zeig es stattdessen. Wenn dein Schatz zusieht, wie du dich berührst, sieht er in Echtzeit, welcher Rhythmus dich trägt und wo genau deine Hand liegt. Präziser wird eine Anleitung nie. Beim gegenseitigen Zusehen lernst du umgekehrt Dinge über seinen oder ihren Körper, auf die du durch bloßes Ausprobieren lange nicht gekommen wärst. Dazu kommt, dass Zusehen erregt. Der Anblick eines Menschen, der sich selbst Lust macht, ist für viele gerade deshalb so heiß, weil er sonst verborgen bleibt.
Warum es sich nackter anfühlt als nackt
Beim Sex teilt ihr euch die Verantwortung für die Lust. Beim Selbstberühren zeigst du etwas, das sonst nur dir gehört, dein privates Ritual, dein Gesicht in einem unbeobachteten Moment. Selbst Paare, die seit Jahren zusammen sind, zögern hier. Falls es dir auch so geht, bist du in guter Gesellschaft. So intim ist dieser Schritt eben. Und genau deshalb ist er ein Vertrauensbeweis.
Klein anfangen, wenn die Scham groß ist
Niemand startet frontal im Deckenlicht. Dimmt die Lampe oder nehmt Kerzen. Legt euch nebeneinander statt einander gegenüber, dann ruht kein Blick direkt auf dir. Wer mag, schließt anfangs die Augen und spürt nur die Anwesenheit des anderen. Auch unter der Decke lässt sich beginnen, oder eng angekuschelt, während dein Schatz dich von hinten hält. Und wenn ihr zwischendurch losprustet, lasst es raus. Lachen löst Scham, das dürft ihr ruhig nutzen. Beim nächsten Mal darf das Licht dann ein bisschen heller sein.
Gemeinsame Selbstbefriedigung: drei Spielformen und zwei Extras
Fangt gleichzeitig an, nebeneinander. Beide sind beschäftigt, niemand ist bloß Publikum, und trotzdem passiert alles im selben Bett. Die zweite Form geht weiter. Einer berührt sich, der andere sieht nur zu, und der Blick bekommt sofort Gewicht. Wer zuschaut, darf leise mitgehen, mit einem Wort oder einer Hand am Bein. Bleibt die dritte Variante. Du führst die Hand deines Schatzes mit deiner eigenen und gibst Tempo und Druck vor. Unterricht zum Anfassen.
Wer mehr Spannung will, kombiniert das Ganze mit Edging und zögert den Höhepunkt vor den Augen des anderen hinaus. Auch ein Toy darf mitspielen - falls noch keins im Haus ist, hilft die Vibrator-Kaufberatung bei der Auswahl.
Redet darüber, vorher und nachher
Eine kurze Ankündigung nimmt dem Moment die Schwere. “Ich würde mich gern mal vor dir berühren, magst du zusehen?” reicht völlig. Und wenn die Antwort ein Nein oder ein Noch-nicht ist, gilt sie genauso. Hinterher lohnt ein zweites Gespräch. Was hat das Zusehen bei dir ausgelöst? Gab es einen Moment, den du dir gemerkt hast? Verabredet vorher, dass Bewertungen draußen bleiben, egal wie gut sie gemeint sind. Legt euch danach einfach aneinander. Die Auswertung kann warten.
Wenn die Frage “Reiche ich nicht?” auftaucht
Bleibt das Thema, das im Hintergrund nagen kann. Wenn mein Schatz sich selbst berührt, reiche ich dann nicht? Doch, du reichst. Solo-Lust und Paar-Lust bestehen bei den meisten Menschen nebeneinander, ein Leben lang und unabhängig davon, wie schön der gemeinsame Sex ist. Dass dein Schatz sich selbst berührt, ist kein Urteil über euch. Hast du das einmal für dich sortiert, bleibt beim Zusehen einfach Neugier übrig.
Häufige Fragen
Ist gemeinsame Selbstbefriedigung in der Beziehung normal?
Ja. Viele Paare berühren sich voreinander oder nebeneinander selbst, als eigenes Spiel oder als Teil des Vorspiels. Es spricht nichts dagegen, im Gegenteil: Kaum etwas zeigt dem anderen so genau, was gefällt.Wie überwinde ich die Scham, mich vor meinem Partner selbst zu berühren?
Klein anfangen: gedimmtes Licht, nebeneinander statt frontal, anfangs die Augen schließen. Leichter wird es auch, wenn beide gleichzeitig beschäftigt sind, dann fühlt sich niemand beobachtet. Eine kurze Ankündigung vorher nimmt zusätzlich Druck raus.Ist Selbstbefriedigung ein Zeichen, dass mit unserem Sexleben etwas nicht stimmt?
Nein. Solo-Lust und Paar-Lust bestehen bei den meisten Menschen nebeneinander, auch in glücklichen Beziehungen. Dass sich dein Schatz selbst berührt, ist keine Kritik an dir oder eurem Sex.Von Melli & Max - wir sind ein echtes Paar und schreiben hier, was uns selbst weitergeholfen hat.